Wir wurden mit der Pflege eines Teiches im Zentrum von České Budějovice zur Aufzucht von Karauschen betraut. Der Teich wird von einem Bach mit der Möglichkeit der Durchflussregulierung gespeist. Das Wasser des Baches ist äußerst nährstoffreich, und als es durch den Teich floss, führte das dazu, dass we von Wasserlinsen (Lemna) überwuchert wurde. Das kann ein großes Problem für die Karausche darstellen, da das Wasser unter dem Bewuchs kühler ist, kein Licht durchdringt und es wenig Sauerstoff sowie kaum natürliche Nahrung für die Fische bietet, so dass diese nur langsam wachsen. Karauschen laichen normalerweise nicht unter Wasserlinsen. Wir haben mehrmals versucht, die Pflanzen bei erhöhtem Durchfluss durch die Auslassvorrichtung aus dem Teich zu spülen, was auch funktionierte, aber innerhalb von drei Wochen hatten die Wasserlinsen den Teich wieder erobert. Im daarauffolgenden Frühjahr haben wir den Zufluss gestoppt, es kam kein Wasser mehr in den Teich und es konnte auch nicht abfließen. Im Frühjahr hatten sich die Wasserlinsen wieder angesiedelt (Abbildung 1), also bereiteten wir mehrere Baumstämme vor, banden sie zusammen und zogen die Wasserlinsen an ein Ufer (Abbildung 2). Danach entfernten wir die Wasserlinsen (Abbildung 3). Dabei blieb nur 1% der Pflanzen im Wasser zurück, was jedoch ausreichte, um den Teich innerhalb von 3 Wochen wieder vollständig zu überwuchern. Also mussten wir die ganze Prozedur wiederholen.
Anschließend setzten wir 10-12 cm große Graskarpfen ein, um die Wasserlinsen zu beseitigen, und entfernten die Pflanzenreste mit einem Netz. Seitdem sind die Wasserlinsen nicht mehr zurückgekehrt. Kurz nach der Entfernung der Wasserlinsen kam es zu einer Vermehrung der Algen, gefolgt von einer Massenvermehrung von Zooplankton und einer Zunahme der Klarheit des Wassers. Der Fischbestand wuchs stark an. Es kam zu einer Vermehrung der eingeführten Karauschen und Moderlieschen. Die Karauschen wuchsen um etwa 12 cm: Waren sie im April 2024 bei einer Länge von 8 cm eingesetzt worden, so waren sie im September 2024 bereits 20 cm lang (Abbildung 4). Bei den Graskarpfen nahm die Körperlänge von anfänglich 10 cm (Juni 2024) auf 30 cm (September 2024) zu.
Der Prozess der Überwucherung des Teiches wurde rückgängig gemacht und auch die Artenvielfalt hat zugenommen. Nach der Entfernung der Wasserlinsen war das Wasser nach Augenmaß bin in mehr als einen Meter Tiefe noch klar und es gab Ansammlungen von Zooplankton, die mit freiem Auge erkennbar waren. Außerdem befanden sich Kaulquappen und zahlreiche Larven und erwachsene Wasserinsekten im Teich. Dieser Eingriff war also nicht nur für die Karausche und das Moderlieschen von Vorteil, sondern auch für andere Lebewesen dieses stehenden Gewässers.




Autor des Artikels und der Fotos: Vojtěch Kresl