Citizen Science

Citizen Science: Wenn sich die Forschung für alle öffnet

Citizen Science verbindet die Welt der professionellen Wissenschaftler mit begeisterten Freiwilligen aus der allgemeinen Öffentlichkeit. Alle, die sich für ein Thema interessieren, können sich an echter Forschung beteiligen - oft aus reiner Begeisterung und ohne jede Gegenleistung. Obwohl die Menschen schon seit Jahrhunderten die Natur beobachten und dokumentieren, hat Citizen Science erst in den letzten Jahren dank des Internets und moderner Technologien einen wahren Boom erlebt. Heute können Freiwillige ihre Beobachtungen ganz einfach über Apps weitergeben, Daten in gemeinsamen Datenbanken speichern und sich mit Menschen auf der ganzen Welt vernetzen. Meistens helfen sie bei der Datenerfassung, aber ihre Rolle kann viel breiter gefächert sein - von der Mitgestaltung von Forschungsprojekten über den Beitrag zur Bewirtschaftung und Erhaltung gefährdeter Arten bis hin zum Austausch ihrer eigenen Erfahrungen und Kenntnisse. Citizen Science öffnet somit die Tür zur Wissenschaft für alle, die zum Verständnis der Welt um uns herum beitragen möchten.

Wir stehen heute vor einem grundlegenden Problem: viele einheimische Arten verschwinden in rastem Tempo aus der Natur. Gleichzeitig tauchen aber auch neue Arten auf, die aus ganz anderen Teilen der Welt zu uns kommen - und sich in ihrer neuen Umgebung oft invasiv verhalten und das natürliche Gleichgewicht stören. Die Überwachung dieser Veränderungen in einem so großen Maßstab ist für Wissenschaftler*innen und Naturschutzeinrichtungen jedoch eine große Herausforderung, vor allem wegen der begrenzten finanziellen Mittel und der Unmöglichkeit einer allumfassenden Kartierung. Aus diesem Grund wird Citizen Science zunehmend als eine Chance erkannt, die Öffentlichkeit in die Überwachung der Natur miteinzubeziehen und wertvolle Daten in verschiedenen Bereichen der Biologie und des Naturschutzes zu gewinnen. Während invasive Arten mit Hilfe von Citizen Science recht gut überwacht werden, ist dies bei seltenen und gefährdeten Arten noch nicht so weit verbreitet. Umso außergewöhnlicher ist die Geschichte der Karausche.

Dank der aktiven Beteiligung der Öffentlichkeit konnten wir eine Reihe wertvoller Berichte sammeln, die wir dann direkt im Feld überprüft haben. Ohne diese Zusammenarbeit wäre es uns kaum möglich gewesen, die oft übersehenen und versteckten Orte - kleine überflutete Steinbrüche, vergessene Teiche oder unscheinbare Tümpel, in denen diese Art noch überlebt - so detailliert zu kartieren. Insgesamt fand unser Team rund 60 gemeinsame Karauschenbestände, aber die meisten von ihnen geben bereits allmählich dem Druck der invasiven Arten nach. Einige Populationen wurden aufgrund des Vorhandenseins gemischter phylogenetischer Linien nicht als prioritär eingestuft. Obwohl der aktuelle Bestand nur mehr einen kleiner Teil im Vergleich zu den früheren Populationen umfasst, gibt es immer noch einige Linien, mit denen es sinnvoll ist, weiter zu arbeiten und sie für die Erschließung neuer Standorte zu nutzen. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit wird die Suche in anderen EU-Ländern vorbereitet - zum Beispiel in Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Programms "Lebendige Schätze" (Living Treasures) - und auch Wissenschaftler*innen aus anderen Ländern sind daran interessiert, das Projekt in ihr Gebiet zu tragen.

Die Zukunft der Erhaltung der Karausche wird also hauptsächlich von Populationen abhängen, die nicht von Institutionen oder Wissenschaftlern entdeckt wurden, sondern von Menschen, die uns in ihrer Freizeit bereitwillig geholfen haben. Auf dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit und dem gegenseitigen Vertrauen will das Team von "Rettet die Karausche" aufbauen und den Schutz anderer im Rückgang begriffener Fischarten schrittweise ausweiten.

Es ist auch möglich, Sichtungen der Karausche über die mobile App zu erfassen:

Über die Karausche

Über das Leben der Karausche

Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Karausche, einem Fisch voller Geheimnisse und erstaunlicher Anpassungen. Entdecken Sie ihre Nahrungsvorlieben, ihre geheimen Verstecke, sowie interessante Fakten über ihr Leben und ihre Ökologie. Lernen Sie ihre Bedeutung für unsere aquatischen Ökosysteme kennen und verstehen Sie, warum sie so ein wichtiger Bestandteil unserer Natur ist...

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Gefährdungsursachen

Für den Rückgang der Karausche gibt es im Wesentlichen drei Ursachen: Menschliche Eingriffe, wie die Begradigung der Flüsse und den Verlust der jährlichen Abflussschwankungen, die Intensivierung der Bewirtschaftung von Uferteichen und den Druck durch invasive Fischarten....

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Identifizierung

Das Erkennen von Carassius-Arten kann oft eine schwierige Aufgabe sein, besonders wenn sie sich ähneln oder in denselben Gewässern leben. Die Karausche hat allerdings charakteristische Merkmale, die sie von anderen Fischarten unterscheiden....

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